
24 Apr. · geschrieben von C. Kinast
Trauer gehört zum Leben dazu, auch wenn viele von uns nicht gern darüber sprechen. Genau deshalb gibt es die Trauergruppe „MuT“ in Rhauderfehn. MuT steht hier nicht nur für ein Wort, sondern für das, was es wirklich braucht: den Mut, über Gefühle zu sprechen und Hilfe anzunehmen.
Bei unserem Besuch erklärte uns Frau Greipl die Entstehung der Trauergruppe. Die Räume stellt die Fahrschule Veenker kostenlos zur Verfügung, da die Inhaber:innen selbst einen Verlust erlebt haben und wissen, wie wichtig Unterstützung in der Trauer ist. Die Trauergruppe ist liebevoll und vielfältig gestaltet. Es gibt unterschiedliche Räume, die auf verschiedene Bedürfnisse eingehen: einen Snoozle-Raum zum Entspannen, eine Legoecke zum kreativen Arbeiten, ein Gefühlsrondell, Schaukeln und sogar ein Schaukelbett, in das man sich zurückziehen kann. Alles ist darauf ausgelegt, sich sicher zu fühlen und einfach man selbst sein zu dürfen.
Besonders berührend ist die Bilderecke. Dort hängen Fotos von verstorbenen Menschen – eine Art Erinnerungsort. Jedes Kind hat außerdem ein eigenes Notizbuch, in dem Gedanken und Gefühle festgehalten werden können. Wer möchte, kann diese auch mit anderen teilen. So bleiben die Erinnerungen lebendig und die Verstorbenen ein Teil der Gemeinschaft.
Während unseres Besuchs konnten wir viele Fragen stellen, die Frau Greipl offen und ehrlich beantwortet hat. Dabei wurde schnell klar: Trauer ist bei jedem Menschen anders. Das konnten wir auch selbst erleben. An einem Murmeltisch und mit Karten durften wir zeigen, was Trauer für uns bedeutet. So kamen wir ins Gespräch und haben gemerkt, wie unterschiedlich Gefühle sein können, und dass das völlig okay ist.
Ein wichtiger Gedanke, der uns besonders im Kopf geblieben ist: Trauer darf und muss passieren. Aber jeder Mensch entscheidet selbst, wann und wie. In der Trauergruppe wird genau das mit verschiedenen Methoden, oft auch spielerisch geübt. So lernen schon Kinder aus Kindergarten und Grundschule, mit ihren Gefühlen umzugehen und sich auszudrücken. Fähigkeiten, die ihnen ein Leben lang helfen können.
Auch wir als SV haben gemeinsam mit Frau Greipl überlegt, wie eine Trauergruppe speziell für Jugendliche aussehen könnte. Dabei sind viele Ideen entstanden: Rückzugsorte zum Entspannen, gemeinsame Spaziergänge oder Tagestouren, Lagerfeuer mit Tipi und gemeinsames Kochen und Essen. Alles Dinge, die helfen können, sich zu öffnen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Für uns war dieser Besuch eine besondere Erfahrung. Zu sehen, wie viel man mit ehrenamtlichem Engagement bewegen kann, hat uns beeindruckt. Es zeigt: Jeder kann etwas tun, um anderen zu helfen.
Am Ende bleibt eine wichtige Botschaft: Über Tod und Trauer zu sprechen ist nicht leicht – aber unglaublich wichtig. Und manchmal braucht es einfach ein bisschen MuT, um den ersten Schritt zu machen.
Wir als SV möchten dieses Projekt gemeinsam mit den BRÜCKENBAUER:INNEN weiter unterstützen und hoffen, dass es bald auch eine Trauergruppe für Jugendliche gibt.
Seid gespannt auf weitere Neuigkeiten!
Eure SV
HRS Saterland
Schulstraße 3
26683 Saterland / Ramsloh
Tel.: 04498 / 70 685-10
Fax: 04498 / 70 685-20
HRS Saterland
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